Insights

TELEARZT: Bessere und effizientere medizinische Versorgung

Bild
TELEARZT Patientenversorgung - Artikelbild
© GettyImages
zurück
Ärztemangel, zu wenig Fachpersonal, unterversorgte Patienten. Die Situation der ambulanten Versorgung in Deutschland ist angespannt – vor allem im ländlichen Raum. Mit telemedizinischen Equipment und Software sorgt das Versorgungsmodell TELEARZT für Entlastung.

Einige Arbeitsabläufe von Hausärzten verschlingen Zeit, in der nicht behandelt werden kann. Beispiel: die Autofahrten zu Hausbesuchen. Vor allem ältere und bewegungseingeschränkte Patienten sind auf Hausbesuche angewiesen. Für Ärzte sind sie durch An- und Abfahrt zeitintensiv. Die Zeit, in der der Arzt im Auto sitzt: verlorene Zeit. Hier können durch die Kombination von ärztlich delegierten Leistungen und Telemedizin Potentiale gehoben werden.

Beim TELEARZT bleibt der Arzt bleibt in der Praxis. Eine erfahrene medizinische Fachangestellte, beispielsweise eine Nicht-ärztliche Praxisassistentin (NäPa), eine Entlastende Versorgungsassistentin (EVA) oder eine Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH), die eine telemedizinische Zusatzausbildung hat, fährt mit der telemedizinischen Ausstattung, dem „TELEARZT-Rucksack“, zum Patienten. Damit kann sie delegierbare Leistungen – also Verrichtungen, die der Arzt gemäß Delegationsvereinbarung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung an nichtärztliche Mitarbeiter delegieren darf – ausführen und mit den Geräten aus dem Rucksack Daten wie EKG, Sauerstoffgehalt im Blut oder Werte zur Lungenfunktion erheben.

Mit einem speziellen Tablet werden via Mobilfunk alle Werte verschlüsselt in die Hausarztpraxis übermittelt und der Patientenakte zugeordnet. Diese Übertragung dauert unter typischen Bedingungen weniger als eine Minute. Zeitgleich in der Praxis: Dem Arzt liegen alle Daten vor. Er kann nun jederzeit das TELEKONSIL starten. Das TELEKONSIL ist die Software, die eine sichere Videoverbindung zwischen Ärzten, Pflegern und Patienten ermöglicht. Der Arzt schaltet sich per Software mit Kamera und Mikrophon zu. In der Videokommunikation können dann Fragen gestellt und beantwortet und Befunde gemeinsam angesehen und besprochen werden.

„TELEARZT Dr. Aßmann ist mit seiner Rucksack-Praxis der Pionier einer sinnvoll erweiterten hausärztlichen Versorgung der Zukunft“

(NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens)

Der Arzt in der Tasche: eine Erfolgsgeschichte

Verkehrsunfall. Rettungswagen. Jetzt muss es schnell gehen. Die Sanitäter nehmen die Werte des Patienten auf und die werden in Echtzeit ans Krankenhaus übermittelt. „Tolle Technik! Die könnte ich in meiner Praxis gebrauchen.“, denkt Dr. med. Thomas Aßmann, Facharzt für Innere Medizin, Notfallmedizin, Gesundheitsvorsorge und Prävention im Jahr 2015, als er den Einsatz eines Rettungswagens beobachtet. Der Rettungswagen war telemedizinisch ausgestattet – und die Idee vom TELEARZT geboren. Aus Dr. Aßmanns Idee entwickelte der telemedizinische Dienstleister vitaphone e-health solutions den TELEARZT-Rucksack. Die Technik entwickelten Dr. Aßmann und die vitaphone gemeinsam – prüften sie im Alltag und passten sie optimal an die Bedürfnisse von Hausärzten und deren Patienten an.

Bereits im Jahr 2015 war das Interesse am TELEARZT groß. Im Video spricht Dr. Aßmann über sein Projekt.

Der TELEARZT überzeugt Hausärzte, Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen

Als der TELEARZT entwickelt wurde, nutze ihn bereits ein Hausarzt – der Ideengeber Dr. Aßmann. Das Konzept überzeugte schnell viele seiner Kollegen. Heute arbeiten hunderte deutsche Hausarztpraxen mit dem TELEARZT und NäPa, Eva und VERAH. 

Auch Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen wurden bald auf das neue Versorgungsmodell aufmerksam: Heute ist der TELEARZT bereits in zwölf der 17 Bezirke der Kassenärztlichen Vereinigungen im Einsatz. 

Die Leistungen der TELEARZT-Lösung werden extrabudgetär durch Selektiv- und Kollektivvertragsabrechnungen honoriert und bereits durch 38 GKV-Kassen und PKV erstattet. Mittlerweile ist der TELEARZT als telemedizinische Versorgungslösung bereits in 12 der 17 Bezirke der Kassenärztlichen Vereinigungen im Einsatz – Tendenz steigend! 

Der TELEARZT in der ARD „Tagesschau“: Gesundheitsminister Jens Spahn will die Telemedizin vorantreiben.

Der TELEARZT: ein ausgezeichnetes Versorgungsmodell

Hohe Auszeichnung: Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin würdigte die Jury im September 2017 das Konzept TELEARZT als Pionierleistung der Versorgung und verlieh ihm den Telematik Award 2017.

Lesen Sie auch