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TeleArzt mit Niedersächsischem Gesundheitspreis ausgezeichnet

Das Projekt Hausarzt mit Telemedizin „HaT“ gewinnt den Niedersächsischen Gesundheitspreis in der Kategorie „eHealth“. Herzstück des Projekts: das telemedizinische Versorgungssystem TeleArzt der vitaphone GmbH. 

„Die Gesundheitsversorgung in jeder Region Niedersachsens mit hoher Qualität und leichtem Zugang sicherzustellen.“ Diese Anforderung stellte die Jury des Niedersächsischen Gesundheitspreises dieses Jahr an Bewerber der Kategorie „eHealth – Innovative Lösungen zur Verbesserung der Versorgung und Gesundheitskompetenz“. Unter insgesamt 34 Bewerbern setzte es sich durch – das Projekt Hausarzt mit Telemedizin „HaT“, bei dem Hausärzte aus dem Landkreis Osnabrück das telemedizinische Versorgungsmodell TeleArzt testeten.

„Smarte Technologien werden das Gesundheitswesen immer stärker prägen. Sie eröffnen vielfältige Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Diagnose- und Therapieverfahren sowie zur Verbesserung der Versorgung – vor allem im ländlichen Raum. Heute haben wir eine besonders innovative digitale Lösung aus Niedersachsen prämiert“, sagt Staatssekretär Stefan Muhle vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, der die Laudatio hielt. Der Preis für das Projekt Hausarzt mit Telemedizin sei „die höchste Auszeichnung für ein Versorgungsprojekt, nach dem erfolgreichen Abschluss der Projektphase in die Regelversorgung übernommen zu werden", so Muhle weiter.

 Staatssekretär Stefan Muhle hielt die Laudatio.© Tom Figiel

Dem Versorgungsengpass in ländlichen Regionen begegnen

Insbesondere für ländliche Regionen befürchten Experten in den kommenden Jahren Engpässe in der hausärztlichen Versorgung. Das Projekt Hausarzt mit Telemedizin hatte zum Ziel, die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum sicherzustellen. „Das Projekt fördert die digitale Zusammenarbeit im hausärztlichen Bereich und entlastet die Mediziner“, sagt Michael Lübbersmann, Landrat des Landkreises Osnabrück, der den Preis in Hannover von Carola Reimann, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, entgegennahm.

Dr. Thomas Zenk, Geschäftsführer der vitaphone GmbH freut sich über den Preis: „Wir sind dankbar für die Auszeichnung und sehr stolz über die Anerkennung, gerade durch diese Jurymitglieder. Der Preis ist uns Auftrag und Ansporn, die Versorgungsplattform TeleArzt noch erheblich weiterzuentwickeln. Zum Nutzen der Patienten und für eine bessere Versorgung dank Telemedizin.“ 

Die Jury bestand unter anderem aus Vertretern des Sozialministeriums Niedersachsen, der AOK Niedersachsen, der Apothekerkammer Niedersachsen, der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, der Medizinischen Hochschule Hannover und der Abteilung für Allgemeinmedizin an der Universitätsmedizin Göttingen.

Landrat Michael Lübbersmann freut sich über den Gesundheitspreis
© Tom FigielLandrat Michael Lübbersmann (Mitte) und Dr. Thomas Zenk (schräg dahinter), Geschäftsführer der vitaphone GmbH freuen sich über die Auszeichnung. 

Das Versorgungsmodell TeleArzt

Der TeleArzt der vitaphone ist ein neuartiges Versorgungsmodell. Dabei übernimmt eine erfahrene, speziell ausgebildete medizinische Fachangestellte Hausbesuche. Mit telemedizinischem Equipment, dem „TeleArzt-Rucksack“, erhebt sie Daten zum Gesundheitszustand der Patienten, EKG, Sauerstoffgehalt im Blut oder Werte zur Lungenfunktion. Mit einem speziellen Tablet sendet sie die Werte via Mobilfunk verschlüsselt in die Hausarztpraxis, wo sie der Patientenakte automatisch zugeordnet werden. Bei Bedarf kann die Ärztin oder der Arzt sich über eine gesicherte Videokonferenz zuschalten und ein ärztliches Konsil starten, Fragen stellen oder beantworten.

In der Praxis bedeutet das eine Entlastung für die Arztpraxen. Mit dem TeleArzt kann die Versorgung im ländlichen Raum nicht nur sichergestellt, die Zahl der Hausbesuche könnte bei Bedarf sogar gesteigert, die Allgemeinmediziner aber dennoch entlastet werden. Dies gilt insbesondere für dünn besiedelte Regionen, die lange Fahrtstrecken notwendig machen. 

Das Projekt Hausarzt mit Telemedizin „HaT“

Das Projekt Hausarzt mit Telemedizin startete im August 2017. Im Zuge dessen wurde das Versorgungsmodell TeleArzt in der Pilotphase bis Oktober 2018 von niedersächsischen Hausärzten intensiv geprüft. Nach der Testphase waren sich Ärzte, Politiker, die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen und die AOK einig: Das Projekt soll fortgeführt und auf Niedersachen ausgeweitet werden.

Im Video: So verbessert der TeleArzt im Projekt Hausarzt mit Telemedizin die Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen.

Über den Niedersächsischen Gesundheitspreis

Der Niedersächsische Gesundheitspreis wurde 2018 zum achten Mal vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, der AOK Niedersachsen, der Apothekerkammer Niedersachsen sowie von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen ausgelobt. Für die Ausschreibung des Preises und die Koordination war die Landesvereinigung für Gesundheit und die Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. zuständig.

Die Gewinner des niedersächsischen Gesundheitspreises
© Tom FigielAlle Gewinner: Freude bei den Preisträgern des Niedersächsischen Gesundheitspreises 2018.

Bilder: © iStock
 

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