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TeleArzt: bessere und effizientere medizinische Versorgung

Ärztemangel, zu wenig Fachpersonal, unterversorgte Patienten. Die Situation der ambulanten Versorgung in Deutschland ist angespannt – vor allem im ländlichen Raum. Mit Tablet, Rucksack und telemedizinischer Software sorgt das Versorgungsmodell TeleArzt für Entlastung.

Einige Arbeitsabläufe von Hausärzten verschlingen Zeit, in der nicht behandelt werden kann. Beispiel: die Autofahrten zu Hausbesuchen. Vor allem ältere und bewegungseingeschränkte Patienten sind auf Hausbesuche angewiesen. Für Ärzte sind sie durch An- und Abfahrt zeitintensiv. Die Zeit, in der der Arzt im Auto sitzt: verlorene Zeit. An dieser Stelle setzt der TeleArzt an. Die neuartige Versorgung funktioniert so: Der Arzt selbst bleibt in der Praxis. Eine erfahrene medizinische Fachangestellte, beispielsweise eine Nicht-ärztliche Praxisassistentin (NäPa), eine Entlastende Versorgungsassistentin (EVA) oder eine Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH), die eine telemedizinische Zusatzausbildung hat, fährt mit der telemedizinischen Ausstattung, dem „TeleArzt-Rucksack“, zum Patienten. Damit kann sie delegierbare Leistungen – also Verrichtungen, die der Arzt gemäß Delegationsvereinbarung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung an nichtärztliche Mitarbeiter delegieren darf – ausführen und mit den Geräten aus dem Rucksack Daten wie EKG, Sauerstoffgehalt im Blut oder Werte zur Lungenfunktion erheben. Mit einem speziellen Tablet werden via Mobilfunk alle Werte verschlüsselt in die Hausarztpraxis übermittelt und der Patientenakte zugeordnet. Diese Übertragung dauert unter typischen Bedingungen weniger als eine Minute. Zeitgleich in der Praxis: Dem Arzt liegen alle Daten vor und er kann per Videotelefonie jederzeit ein ärztliches Konsil starten, Fragen stellen und beantworten.

TeleArzt Dr. Aßmann ist mit seiner Rucksack-Praxis der Pionier einer sinnvoll erweiterten hausärztlichen Versorgung der Zukunft

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens

Grafik: So funktioniert der TeleArzt | © vitaphone GmbH
Das TeleArzt-Versorgungsmodell im Überblick. ©  vitaphone GmbH

Der Arzt in der Tasche: eine Erfolgsgeschichte

Verkehrsunfall. Rettungswagen. Jetzt muss es schnell gehen. Die Sanitäter nehmen die Werte des Patienten auf und die werden in Echtzeit ans Krankenhaus übermittelt. „Tolle Technik! Die könnte ich in meiner Praxis gebrauchen.“, denkt Dr. med. Thomas Aßmann, Facharzt für Innere Medizin, Notfallmedizin, Gesundheitsvorsorge und Prävention im Jahr 2015, als er den Einsatz eines Rettungswagens beobachtet. Der Rettungswagen war telemedizinisch ausgestattet – und die Idee vom TeleArzt geboren. Aus Dr. Aßmanns Idee entwickelte der telemedizinische Dienstleister vitaphone e-health solutions den TeleArzt-Rucksack. Die Technik entwickelten Dr. Aßmann und die vitaphone gemeinsam – prüften sie im Alltag und passten sie optimal an die Bedürfnisse von Hausärzten und deren Patienten an.

Einer musste einfach anfangen und machen. 

Dr. Thomas Aßmann

Bereits im Jahr 2015 war das Interesse am TeleArzt groß. Im Video spricht Dr. Aßmann über sein Projekt.

Der TeleArzt überzeugt Hausärzte, Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen

Als der TeleArzt entwickelt wurde, nutze ihn bereits ein Hausarzt – der Ideengeber Dr. Aßmann. Das Konzept überzeugte schnell viele seiner Kollegen. Heute arbeiten dutzende deutsche Hausarztpraxen mit dem TeleArzt und NäPa, Eva und VERAH. 

Auch Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen wurden bald auf das neue Versorgungsmodell aufmerksam: Heute ist der TeleArzt bereits in zwölf der 17 Bezirke der Kassenärztlichen Vereinigungen im Einsatz. 

Im April 2018 wurde der erste telemedizinische Flächenvertrag in Deutschland zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen und der AOK PLUS unterzeichnet. Seit Oktober 2019 honoriert auch die Techniker Krankenkasse in Thüringen als erste große Ersatzkasse den TeleArzt. Thüringen ist damit das erste Bundesland, in dem das Versorgungsmodell flächendeckend zur Verfügung gestellt wird. vitaphone ist als telemedizinischer Dienstleister der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen zugelassen. Zudem hat die Landesregierung ein Förderprogramm erstellt und seit dem 01. April 2019 unterstützt sie Ärzte in der Beschaffung von TeleArzt-Rucksäcken. Daneben fördert auch die Landesregierung Schleswig-Holstein die telemedizinische Versorgung mit dem TeleArzt. 

In Niedersachsen war der TeleArzt Teil des Projekts „Hausarzt mit Telemedizin“. Im November 2018 wurde die Pilotphase des Projekts beendet. Das Fazit: durchweg positiv. Nachdem der TeleArzt von Hausärzten intensiv geprüft wurde, sind sich Ärzte, Politiker, die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen und die AOK einig: Das Projekt soll fortgeführt und auf Niedersachen ausgeweitet werden.

Der TeleArzt in der ARD „Tagesschau“: Gesundheitsminister Jens Spahn will die Telemedizin voran treiben.

Der TeleArzt: ein ausgezeichnetes Versorgungsmodell

Hohe Auszeichnung: Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin würdigte die Jury im September 2017 das Konzept TeleArzt als Pionierleistung der Versorgung und verlieh ihm den Telematik Award 2017.

Dr. Thomas Zenk, Geschäftsführer der vitaphone GmbH nahm den Award entgegen: „Natürlich freuen wir uns über den Preis. Denn Pionierleistungen erfordern von allen Beteiligten unternehmerische Kraft und viel persönlichen Einsatz. Noch mehr freuen wir uns aber für die, die durch den TeleArzt noch besser versorgt werden können.“ 

Wir freuen uns über den Preis. Pionierleistungen erfordern von allen Beteiligten unternehmerische Kraft und viel persönlichen Einsatz. Noch mehr freuen wir uns für die, die durch den TeleArzt noch besser versorgt werden können.

Dr. Thomas Zenk, Geschäftsführer der vitaphone GmbH

Dr. Zenk freut sich über die Auszeichnung für den TeleArzt | © vitaphone GmbH
Dr. Thomas Zenk, Geschäftsführer der vitaphone GmbH, nimmt den Telematik-Award 2017 entgegen. ©  vitaphone GmbH

Kämpfer gegen den Versorgungsmangel, Wegbereiter innovativer Versorgungsmodelle und Spezialist für Telemedizin und Vitaldaten-Management: Dr. Thomas Zenk. Er war Vorreiter bei der Einführung von EDI in der Klinikversorgung und setzte niederschwellige Versorgungslösungen in Apotheken erstmalig in Deutschland um. 1992 promovierte er im Fach Biochemie zu einem pathologischen Versorgungsmangel. Danach baute er einen Spartengroßhandel für Impfstoffe auf und studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik. Unter seiner Leitung schloss die vitaphone den ersten telemedizinischen Flächenvertrag in Deutschland, etablierte die erste telemedizinische Wundbeurteilung und verwirklichte neuartige telemedizinische Anwendungen. Dr. Thomas Zenk erhielt hochkarätige Stipendien und Förderungen, zahlreiche Preise, veröffentlichte zu neuartigen Versorgungsformen, referiert auf vielen Kongressen und ist geschätzter Gesprächspartner von Kassen, Verbänden und Politik.

Bilder: © iStock; vitaphone GmbH

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