ACHT – für bessere Nachsorge nach einer Adipositas-OP

ACHT – das Innovationsfondsprojekt zur besseren Nachsorge nach einer bariatrischen Operation soll mithilfe von CASEPLUS, der Plattform für die vernetzte Gesundheitsversorgung der vitagroup, die Versorgung adipöser Menschen nach einer Operation verbessern. Was ist das besondere an ACHT und wie ist es aufgebaut?

Das Innovationsprojekt ACHT

Der Innovationsausschuss des GBA fördert das Projekt „ACHT – Adipositas Care & Health Therapy" zur Nachsorge nach einer chirurgischen Adipositasbehandlung, der so genannten bariatrisch-metabolischen Operation. Das Konsortium um die Deutsche Stiftung für chronisch Kranke (Konsortialführung) und das Interdisziplinäre Adipositaszentrum des Universitätsklinikums Würzburg (medizinische Leitung) hat es sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit Adipositas-Zentren und niedergelassenen Haus- und Fachärzten eine strukturierte, disziplinen- und sektorenübergreifende Nachsorge für Patienten nach einer bariatrisch-metabolischen Operation in Bayern zu etablieren. Die Kommunikation zwischen Patienten, Zentren und niedergelassenen Ärzten passiert über das digitale Fallmanagement CASEPLUS und der darauf basierenden digitalen Fallakte, entwickelt und betreut von der symeda, einem Unternehmen der vitagroup.

Adipositas in Deutschland

In Deutschland ist jeder zweite Erwachsene übergewichtig, jeder vierte adipös. Betroffene leiden sowohl körperlich als auch psychisch unter der chronischen Erkrankung. Durch Adipositas erhöht sich außerdem das Risiko an Herzinsuffizienz, Diabetes oder Krebs zu erkranken. Neben den Einschränkungen für die Betroffenen sind die hohen Kosten der Folge- und Begleiterkrankungen eine Herausforderung für das Gesundheitssystem. Können durch eine konservative Behandlung die Therapieziele nicht erreicht werden, ist die bariatrische-metabolische Operation eine wirksame Behandlungsoption zur Therapie der höhergradigen Adipositas. Aktuell existieren verschiedene Operationstechniken, zum Beispiel der Magenbypass oder der Schlauchmagen. 

Herausforderung einer bariatrisch-metabolischen Operation

Die zentrale Herausforderung nach einer bariatrisch-metabolischen Operation ist die disziplinen- und sektorenübergreifende langfriste Nachsorge und die lebenslange Betreuung. Diese soll den nachhaltigen Therapieerfolg sichern. Auch mögliche Komplikationen, Ernährungsprobleme oder Mangelzustände, zum Beispiel von Vitaminen oder Mineralstoffen, sind rechtzeitig zu identifizieren und zu behandeln. Da es noch keine strukturierten Nachsorgeprogramme nach bariatrisch-metabolischen Operationen gibt, erfolgt aktuell die Nachsorge der Betroffen meist durch die jeweiligen Adipositaszentren. „Es ist dringend notwendig, ein strukturiertes Nachsorgekonzept zu etablieren, das flächendeckend anwendbar ist und die lebenslange notwendige Nachsorge sicherstellt sowie mögliche Langzeitkomplikationen verhindert“ sagt Herr Prof. Dr. Martin Fassnacht vom Adipositaszentrum Würzburg und medizinischer Leiter von ACHT. Es bedarf daher neuer Versorgungskonzepte, die eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Nachsorge sicherstellen.

Die ACHT Versorgungsbausteine

ACHT ermöglicht erstmals eine strukturierte, wohnortnahe postoperative Betreuung bariatrischer Patienten außerhalb der Adipositaszentren. Dazu arbeiten die Zentren mit spezifisch geschulten niedergelassenen Ärzten eng zusammen. Die Schulung der Praxen erfolgt über eigens für ACHT entwickelte E-Learning-Konzepte. Eines der innovativen Elemente sind die Adipositas-Lotsen. Dr. Bettina Zippel-Schultz von der Deutschen Stiftung für chronisch Kranke: „Die persönliche und individuelle Betreuung durch die Adipositas-Lotsen ermöglicht zum einen eine gute Koordination der Nachsorgeprozesse. Zum anderen werden die Adipositas-Lotsen die Therapietreue der Patienten voraussichtlich weiter verbessern und dadurch den Therapieerfolg positiv beeinflussen. Dies hat sich bereits in anderen Projekten bestätigt.“ Die Vernetzung der beteiligten Akteure und das Monitoring des Therapieerfolgs erfolgen durch eine webbasierte, interoperable Fallakte, die für den Patienten als App zur Verfügung steht. Die interoperable Fallakte basiert auf dem digitalen Fallmanagement CASEPLUS und wird von der symeda, einem Unternehmen der vitagroup, entwickelt und betreut. Das Konzept des Projektes setzt sich insgesamt aus acht Bausteinen zusammen. Diese greifen ineinander mit dem Ziel, sowohl den langfristigen Therapieerfolg zu sichern als auch die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Das langfristige Ziel von ACHT ist, dass es in die Regelversorgung überführt wird.

© Deutsche Stiftung für chronisch KrankeDie Versorgungsbausteine von ACHT mit Lösungen der vitagroup.

Bilder: © iStock

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